Bowling Geschichte



Viele Darstellungen der Geschichte des Bowlings beginnen irgendwo im alten Ägypten oder in Italien vor Christi Geburt. Dies sind jedoch nicht nachweisbar belegte Daten, sondern diese „Histörchen“ lassen sich auf viele der heutigen Sportarten beziehen. Wenn in der Antike mit „etwas Rundem“ gespielt wurde, berufen sich heutige „Facharchäologen“ darauf, dass dies die Anfänge des Kegelns, des Handballs, des Fußballs oder etwas anderem gewesen sein müssen.



Halten wir uns also an verbriefte Fakten: Erstmals wird „aktenkundig“ ein Freiluftspiel mit einer runden Holz-Leder-Kugel, die auf Holzkeile geworfen wird, im Jahre 1327 in England erwähnt. Eduard III. war ein eifriger Verfechter des „Skittle“. Sehr bald wurde es in ganz England und Wales gespielt.

Durch viele Länder und viele Jahrhunderte zog dieses einfache Vergnügen. Es erfuhr mehr und mehr Varianten in Ausführung und Qualität der „Kugel“ und der „Kegel“. Besonders stark war dieses Spielen in Ländern vertreten, die heutzutage die Namen Belgien, Deutschland und Niederlande tragen.

Ein Rückschlag erhielt „Skittle“ oder „Kegelen“ im Jahr 1541, als Heinrich VIII. von England dieses Spiel verbot. Unter anderem würde die Disziplin der Soldaten leiden, da „Skittle“ mehr und mehr zu einem Glücksspiel mutierte.


Das, was man aber als tatsächliche Geburtsstunde des heutigen Bowling bezeichnen darf, trug sich verbrieft in den heutigen USA zu: In den Jahren 1630 bis 1670 brachten deutsche, belgische und holländische Einwanderer ihr geliebtes „Kegelen“ als Freiluftspielart mit in die Gegend des heutigen Manhattan. Noch heute heißt das Gebiet „Bowling Green“. William Penn, Rip van Winkle und Washington Irving waren das, was man heute als „Förderer des Sports“ bezeichnen würde.


Im Jahre 1830 hatte Bowling - englische Bezeichnung für skittle, kegelen, kegeln usw. – viele Teile der heutigen USA erreicht. Aber, was in „der alten Welt“ bereits problembehaftet war, zeigte sich nun auch in den USA: Betrunkene „Bowler“, raufende „Bowler“, um Geld spielende „Bowler“. Im Jahre 1841 zog zunächst der Staat Connecticut die „Reißleine“: Das Spiel auf die neun Kegel wurde als Glücksspiel verboten.


Aber, wer gibt schon gerne ein äußerst beliebtes Spiel auf? Nicht die „Bowler“, nicht die „Kegler“. Man stellte einfach einen zehnten Kegel - im englischen Sprachgebrauch „Pin“ - zu den neun anderen, änderte die Aufstellung vom Rombus zu einem nach vorne spitz ausgerichteten Dreieck. Das Verbot des „Neun-Kegel-Spiels“ war umgangen.


Die „Knickerbocker Alleys“ in Manhattan, die umgehend eröffnet wurden, waren eine der ersten Anlagen einer „Bowlingbahn unter einem Dach“. Jetzt gab’s für Bowling kein Halten mehr: Buffalo, Cincinnati, Chicago, Milwaukee und St. Louis – alles Städte, mit sehr vielen deutschen Einwanderungen wurden Hochburgen des Bowling.


1895 wurde der „American Bowling Congress / ABC“ als Nachfolgeorganisation der 1875 gegründeten „National Bowling Association“, die nichts zustande brachte, ins Leben gerufen.




Im Jahre 1933 wurde die Prohibition aufgehoben. Und dies war gleichzeitig die Geburtsstunde für das Sponsoring im Bowling: Bierfirmen wie „Schlitz“, „Stroh’s“, „Ballantine“ oder „Budweiser“ und viele andere, hatten ihre eigenen Herren- und Damen-Teams.


Die Olympischen Spiele in Berlin 1936 hatten mit den Weltmeisterschaften im „I-Bahn-Kegeln“ (internationale Bahn) den ersten deutschen Weltmeister und im US-Amerikaner Hank Marino den überragenden Spieler, der allein vier Wettbewerbe gewann.


Der eigentliche Siegeszug des Bowling jedoch begann mit dem automatischen Aufstellen der „Pins“. Der bis dahin eingesetzte - und mitunter gefährlich lebende – „Pin-Boy, Kegeljunge“ wurde durch die Maschine ersetzt. Die „American Machine & Foundry Co./AMF” installierte 1946 in Buffalo die ersten “Automaten”. 1952 wurden diese automatischen „Pinsetter“ offiziell anerkannt und im „Bowl-O-Drome“ in Mt. Clemens/Michigan eingesetzt. Drei Jahre später brachte die Firma „Brunswick“ ihren ersten Automaten auf den Markt.
Bowling war als Sport- und Freizeitspiel nicht mehr aufzuhalten. !


Waren es 1940 weltweit rund 12 Millionen Menschen, die zum Bowlingspiel gingen, so hatte sich bereits 1950 die Zahl auf 28 Millionen mehr als verdoppelt. Die Anlagen wurden größer und größer, mit Restaurants, Kinderhorten, Billiard, Clubräumen. 1970 bowlten weltweit schon 80 Millionen.


1952 wurde der Welt-Sport Bowling in geordnete Bahnen gebracht: Die „Fédération Internationale des Quillieurs / FIQ“ als Weltdachverband wurde gegründet. Die FIQ hat heute drei so genannte Zonen: In der „Zona Americana“ sind von Aruba bis Venezuela und von den Virgin Islands bis Niederländisch Antillen insgesamt 26 Nationen vereinigt, darunter auch das Bowling – Schwergewicht USA.



In der „Asia Zone“ finden sich von der Mongolei bis Guam, von Australien über Brunei bis China 32 Nationen. Last but not least, die „European Ten Pin Bowling Federation /ETBF” mit 47 Ländern von Weißrussland bis Wales.


1958 kamen die Profis zum Zuge: Die „Professional Bowlers Association /PBA“ wurde in Seattle gegründet.
Hier vereinigen sich zwölf Länder, die Profi - Bowler beheimaten alles in allem heute 3.800 Spieler. Preisgeld mit einer Million Dollar ist nicht selten.





Im Jahr gehen weltweit rund 320 Millionen Menschen auf die Jagd nach den zehn schneeweißen Pins. In Deutschland sind es immerhin schon 3,5 Millionen, die mehrfach im Jahr eines der rund 600 Bowling-Center aufsuchen.


Ob Hobby-Bowling mit der ganzen Familie, ob Disco-Bowling mit Freund oder Freundin, ob Breiten- oder Leistungssport, ob im Betriebsport oder in einer der Bundesligen - Bowling macht Spaß.
Auf dem Weg zu olympischen Ehren ist Bowling zum Renner unter den Freizeitsportarten geworden.


Eine geprüfte Anschriftenliste bundesdeutscher Bowlinganlagen erhalten Sie von der DBO gegen eine Schutzgebühr.
Ebenso informiert die DBO über Hersteller von Bowlinganlagen und Bowlingzubehör sowie Bowling - Schulen.


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